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Der Hamburgerin Cornelia von Wülfing ist von dem Paramount-Chief Togbe Atakora VII. aus der Voltaregion in Ghana die Würde der Königin von Alavanyo Traditional Ghana angetragen worden. Die Krönungszeremonie hat am 22. Juli 2000 stattgefunden. Cornelia von Wülfing wird sich in der Alavanyo-Region, die 5000 Quadratkilometer umfasst und in der ca. 40.000 Menschen leben, vorwiegend für die sozialen Belange der Frauen, Kinder und der Behinderten einsetzen. Cornelia von Wülfing:
Ich habe lange überlegt, ob ich die mir von dem Paramount-Chief Togbe Atakora VII. angetragene Aufgabe annehmen soll. Schließlich ist eine Menge soziales Engagement damit verbunden, dem gewissenhaft und zeitaufwendig nachgegangen werden muss. Außerdem müssen finanzielle Mittel beschafft werden, um entsprechende Projekte fördern zu können. Nach einer Bedenkzeit jedoch bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich in meiner Freizeit viele Dinge tue, die in erster Linie mir selbst Freude machen. Und diese Freizeit kann ich, das ist mir klar geworden, auch nutzen, um anderen Freude zu machen und deren Lebensbedingungen zu erleichtern. Dafür gibt es in Ghana reichlich Potential. Warum gerade Ghana?
Ich habe Afrika vielfach bereist. Nach Ghana bin ich gekommen, weil meine Firma auch für deutsche Pharmaunternehmen arbeitet, die u. a. Heilpflanzen von dort nach Europa importieren. Der Paramount-Chief Togbe Atakora VII. war mir bei meinen geschäftlichen Aktivitäten eine große Hilfe. Für uns Europäer ist es nicht immer einfach, in einem Land Geschäfte zu machen, das eine andere Kultur hat und in der die Menschen nach anderen Gesichtspunkten mit und für die Natur leben. Dazu braucht man Menschen, die den geistigen Brückenbau zwischen den Kulturen fördern. Wer das tut, wird sehr schnell erkennen, dass es nicht nur auf den materiellen Leistungs- und Warenaustausch ankommt, sondern dass man unendlich viel mehr in jedem gesellschaftlichen und privaten Bereich erreichen kann, wenn man sich auch menschlich verantwortlich fühlt. Wenn man dieses Verständnis erlangt hat, ist man bereit, auch etwas für das Land zu tun, insbesondere, weil es einem die besonders liebenswerten Ghanaer leicht machen, sich zu engagieren. Nach der Krönungszeremonie wurden konkrete Gespräche im Hinblick auf
soziale Projekte geführt. Frau von Wülfing hat als erstes vor allem mit der Förderung von Schulprojekten begonnen. In Ghana ist in den letzten Jahren die Zahl der Analphabeten (über 50 %) prozentual wieder angestiegen.
Damit einher geht eine steigende Arbeitslosigkeit. Für die weibliche Bevölkerung sind Arbeitstage von 18 Stunden keine Seltenheit. Hier will sie unter Berücksichtigung von Kultur und Mentalität sowie der tradierten
Lebensformen ansetzen. Das Gebiet Alavanyo benötigt vor allem Schulen, in denen die Kinder auch wohnen können, weil es praktisch weder öffentliche Verkehrsmittel noch Schulbusse gibt. Die erste Amtshandlung nach der
offiziellen Krönungszeremonie war daher die Besichtigung verschiedener Schulen und die Übergabe von Geldern für ein College.
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